Heimtierhaltung

Die chinesischen Zwerghamster sollten in der Heimtierhaltung einzeln gehalten werden. Es gibt zwar Berichte über friedlich zusammenlebende Geschwisterpaare, jedoch ist dies zumindest unter deutschen Haltungsbedingungen noch zu unerforscht. Da besonders die Weibchen gegenüber den Männchen eine hohe Aggressivität aufweisen können, gehe ich auch nicht von einer Lebensweise im Familienverband aus, wie in der Natur oft bei Phodopus-Arten zu finden.


Streifenhamster sind gute Kletterer, der 2 cm lange Schwanz dient als zusätzlicher Gleichgewichtssinn. Aber Achtung, es sind trotzdem keine Mäuse, die Klettereinrichtung sollte vorwiegend aus Kork bestehen und wacklige Gegenstände, Seile und sonstiges Zubehör aus der Mausehaltung sollte eher vermieden werden. Auch die Fallhöhe sollte nicht allzu tief gewählt werden.


Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei den chinesischen Streifenhamstern 2 – 4 Jahre, sie werden somit tendenziell älter als andere Zwerghamsterarten in Gefangenschaft. Um Krankheiten vorzubeugen, lohnt es sich, sein Tier täglich zu beobachten. Bei geändertem Fressverhalten, starker Gewichtsabnahme oder -zunahme, veränderten Bewegungsabläufen oder auch Verhalten dem Menschen gegenüber lohnt sich ein Gang zum Tierarzt. Das Fell sollte bei einem gesunden Tier glänzend und nicht stumpf wirken, die Augen klar.


Trotzdem ich meine Nachzuchten bereits ab der 3. Woche langsam an die Hand gewöhne, kann es passieren, dass euer Schützling nicht sofort futterzahm wird oder in seltenen Fällen scheu bleibt. Bei Streifenhamstern benötigt man gerade nach einem Umgebungs- /Revierwechsel oft viel Geduld und Einfühlsamkeit bis sie einem komplett vertrauen. Diese Eingewöhnungsphase variiert je nach Charakter und Gehegegröße oft stark. Damit ihr euer Tier jedoch mindestens beobachten könnt, hier ein Tipp von mir: Da Hamster rotblind sind, könnt ihr rote LED-Leisten am Gehege anbringen oder eine andere rote Lichtquelle nutzen, um euren Zwerg zu beobachten, ohne dass sich dieser gestört fühlt.

Ernährung


Die Ernährung des chinesischen Streifenhamsters ähnelt der von Campbell Zwerghamstern und Hybriden, da eine Erkrankung an Diabetes möglich ist. Zwar sind nicht allzu viele Fälle bekannt, jedoch sollte sich der Halter eines Tieres immer an dem Angebot im natürlichen Verbreitungsgebiet orientieren. Einen empfehlenswerten Onlineshop mit artgerechtem Futter findet ihr unter „Links“. Es eignet sich also eine ausgewählte Futtermischung aus verschiedensten Sämereien und getrockneten Insekten sowie ein regelmäßiges Angebot an Frischfutter. Beachtet bitte, dass man artgerechtes Zwerghamsterfutter leider noch nicht in Zoofachgeschäften beziehen kann, da die dortigen Futtermischungen leider alle Zucker, Honig, Getreide oder Pellets beinhalten, welche den Blutzuckerspiegel schnell hochtreiben.


Ihr dürft gerne täglich Frischfutter reichen, mindestens aber alle zwei Tage. Die Tiere decken dadurch einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs ab und nehmen wichtige Mineralien und Nährstoffe auf. Auf Obst und zuckerhaltiges Gemüse sollte komplett verzichtet werden, geeignet sind beispielsweise: Brokkoli, Petersilienwurzel, Gurke, Zucchini, Kürbis (Hokkaido), Kohlrabi (geringe Mengen), Salat (Eis-, Feld-, Kopf- und Romanasalat), Mungosprossen, Fenchel, grüne Paprika und Sellerie.

Ihr dürft gerne auch Leckereien reichen, natürlich in Maßen. Eine Freude macht ihr eurem Mitbewohner, wenn es sich dabei um Futter handelt, welches selbst erarbeitet werden darf. Hierfür eignet sich Silberhirse, Kolbenhirse oder ein Darikolben ebenso wie ein Strauß Flachs. Getrocknete Löwenzahn- oder Topinamburwurzeln bieten einen tollen Knabberspaß und sorgen gleichzeitig für den Zahnabrieb. Zum Knüpfen und Pflegen der Freundschaft bieten sich selbstverständlich auch regelmäßige „Geschenke“ aus der Hand an – mit Pinien-, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen lässt sich sicherlich noch jeder Zwerg bestechen. Auch Erd-, Hasel- oder Walnüsse dürfen (sparsam) gegeben werden.


Wer seinem Streifenhamster eine ganz besondere Freude machen möchte, darf natürlich auch lebendes Eiweiß füttern. Wer einmal einen Streifenhamster eine Heuschrecke hat jagen sehen, wird sich dieses Vergnügen sicherlich öfter gönnen. Lebende Insekten findet ihr im Zoofachgeschäft in der Terraristikabteilung.


Frisches Wasser sollte zusätzlich immer bereit stehen. Ob ihr lieber eine Tränke oder einen Napf benutzen möchtet, bleibt euch überlassen.

Das Gehege


Das Gehege eures Schützlings sollte die Maße 100 x 60 x 60 cm nicht unterschreiten. Ihr werdet euch an dieser Stelle fragen, warum ich das Mindestmaß hier größer wähle, als bei anderen Zwerghamsterarten empfohlen. Streifenhamster sehen nicht nur anders aus, als andere Zwerghamsterarten sondern haben auch besonders hohe Ansprüche – sie wollen alles :)


Sie leben sehr gerne unterirdisch und legen sich dazu ausgeklügelte Gangsysteme mit Schlafkammer an. Dazu sollte die minimale Einstreuhöhe 25 cm betragen, besser noch höher. Da sie zusätzlich hervorragende Kletterer sind und dies gerne ausleben, sollte oberhalb der Einstreuhöhe genügend Platz für Rebenholzwurzeln, Korkröhren und -äste sein. Beides zusammen ist unterhalb einer Gehegehöhe von 60 cm nur schwer realisierbar. Darüber hinaus schlüpft ein Chinese gerne in jedes Versteck, das sich ihm  bietet. Sie sind sehr neugierig, mögen es aber auf ihrem Weg durch ihr Reich unterschiedliche schutzbietende Unterschlüpfe zu wissen. Schließlich könnte überall Gefahr lauern. Dass der Chinese diese Gefahr bei euch nicht fürchten braucht, weiß er nicht - diesen Instinkt wird er nie ganz ablegen.

*Gehegebeispiel Diane

Als Leitfaden gilt: Je unstrukturierter die Gehegeeinrichtung für das Menschenauge, desto wohler wird sich euer neuer Freund in seinem Zuhause fühlen. Verstecke und Korkbrücken dürfen gerne auch unterirdisch versteckt werden oder Korkröhren quer eingegraben werden, sodass sie als Eingang in die "Unterwelt" dienen. Aus Streu gemischt mit Heu wird sich der Streifler seine ganz eigene Unterwelt bauen. Es lohnt sich an dieser Stelle darüber nachzudenken, einen verglasten Sockel zu wählen, um dieses Phänomen zu beobachten.


Da die Tiere für ihr Leben gerne buddeln und den Sand von A nach B schippen, sollte auch eine große Buddelbox von etwa 25 x 25 cm oder ein abgetrennter Sandbereich mit Chinchillasand nicht fehlen.


Das Laufrad sollte einen Mindestdurchmesser  von 25 cm haben. Gut eignen sich hier die Holz- oder Korklaufräder von der Firma Rodipet, Getzoo oder die Korkräder der Firma Trixie. Da Chinesen Laufradpinkler sind, müssten diese ab und zu mal ausgetauscht werden. Alternativ kann man auch ein Wodent Wheel oder einen Silent Runner von Rodipet wählen, diese sind besser zu reinigen. Oder man klebt in ein Holzlaufrad ein Wodent-Wheel-Laufband ein, dann hat man sowohl eine gute Reinigung als auch ein geräuscharmes Radeln gewährleistet.


Solltet ihr ein Terrarium wählen, achtet auf ausreichende Belüftung, wenn ihr euch für ein Aquarium entscheidet, vergesst die Abdeckung nicht – sonst hat sich euer Chinese schneller einen Ausflug gegönnt als ihr gucken könnt. ;) Gitterkäfige sind auf Grund oben genannter Rahmenbedingungen nicht geeignet.

Gehegebeispiel Zuchtbock Littlefoot

Gehegebeispiel Zuchtbock Schmendrick

Gehegebeispiel Zuchtbock Zazu

Gehegebeispiel Zuchtbock Rübezahl

Gehegebeispiel Elfriede